News vom Kartoffelprojekt

Madagaskar

| Yvonne Russi (Fotos: Justin R.)

Die Missionsreise zum Kartoffelprojekt in Madagaskar musste für dieses Jahr coronabedingt abgesagt werden. Doch das lokale Team berichtet regelmässig über den aktuellen Projektstand.

Wegen der Hitze hat sich glücklicherweise die Corona-Lage auf der Insel etwas beruhigt. Es gelten noch die üblichen Hygiene-Regeln, aber der Ausnahmezustand konnte aufgehoben werden. Auch wurden Einschränkungen für den inländischen Reiseverkehr zwischenzeitlich wieder aufgehoben.

Die Landbevölkerung wartet jetzt sehnlichst auf den Monsunregen, damit sie den Reis, ihr Grundnahrungsmittel, pflanzen können. Sonst droht eine Hungersnot.

Leider ist die Kartoffelernte wegen der Trockenheit dieses Jahr geringer ausgefallen als erhofft. Besonders in den ersten 30 – 35 Tagen braucht die Kartoffel besonders viel Wasser. Doch auch die zur Verfügung gestellten Giesskannen, um die Bewässerung zu erleichtern, konnten den Durst der Knollen zu wenig stillen.

Auch musste die Ausbildung von Produzentinnen auf 2021 verschoben werden. Dies ist besonders bedauerlich, da sich dieses Jahr Frauen aus drei weiteren Dörfern dem Projekt angeschlossen haben und sich auf die Ausbildung gefreut haben.

Doch es gibt auch erfreuliches zu berichten, denn die ersten vier Landwirtschaftsschülerinnen machten im November 2020 ihren Abschluss auf dem Schul-Bauernhof Bel-Avenir. Weiter will die Hilfsorganisation Agro-Sans-Frontiere Schweiz neu acht Schulabgängerinnen diese zweijährige Ausbildung finanzieren. Zurzeit werden die Mädchen in den Kartoffeldörfern, aus jedem Dorf zwei, durch die bäuerliche Partnerorganisation VFTM rekrutiert. Start ist Ende November.

Weiterhin finden auch Kartoffelkochkurse mit einheimischen Ernährungsberaterinnen statt. So lernen die Frauen in den Dörfern die vielseitige Anwendung der Kartoffel kennen. Durch den Verkauf von Kartoffeln bessern sie nicht nur ihr Haushaltsbudget auf, sondern sorgen auch für eine bessere Ernährung der Familie. Um Brennholz beim Kochen zu sparen und damit die Abholzung der Wälder zu verringern, wird den Kartoffelproduzentinnen Energiesparkocher zur Verfügung gestellt.

Das Projekt ist auf Spenden angewiesen

Madagaskar, eines der ärmsten Länder dieser Erde, leidet oft an saisonalen Ernährungsengpässen. Dies, da rund zwei Drittel der Bevölkerung auf dem Lande lebt und als Selbstversorger sich hauptsächlich von Reis ernähren. Die Produktion dieses Grundnahrungsmittels, welches starken klimatischen Schwankungen unterliegt, reicht nicht, die Bevölkerung genügend zu ernähren.

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