Eine Ausstellung voller Funkeln

Tanja Graf aus Dällikon zeigt bis zum 17. Januar ihre Farbschnitte und Gemälde in der Galerie Gottfried-Keller-Zentrum.

| Ruth Hafner Dackerman

Tanja Graf aus Dällikon zeigt bis zum 17. Januar ihre Farbschnitte und Gemälde in der Galerie Gottfried-Keller-Zentrum.

 

Tanja Graf präsentiert unter ihrem Künstlernamen «Tan-ja» 37 Werke – die meisten von ihnen in der Technik Farbschnitt hergestellt. Ein Farbschnitt entsteht, ähnlich einem Scherenschnitt, durch das Schneiden eines bedruckten Papiers. Das so bearbeitete Blatt kommt auf einen Untergrund mit einem gemalten oder fotografierten Bild. Beide Ebenen zusammen ergeben den fertigen Farbschnitt. «Das Aussuchen des Papiers ist ein langer Prozess», erklärt Tan-ja. «Es geht um die Musterung und um die Farben.» Das Konzentrieren auf den Schnitt gebe ihr Ruhe, denn Schneiden sei eine meditative Arbeit, welche sehr viel Aufmerksamkeit und Konzentration erfordere. Ein einmal gesetzter Schnitt sei nicht korrigierbar. «Jedes Handeln hat sofortige Wirkung und Konsequenzen auf die weitere Entwicklung. Das Zusammenfügen der beiden Ebenen ist ein bewusstes Auswahlverfahren.» Wichtig sei der Gedanke hinter jedem Bild.

Bilder mit Gedichten versehen

Ihr sei schnell klar geworden, dass ihre Ausstellung im GKZ funkeln müsse. «Beim Funkeln ist Bewegung im Spiel. Funkeln ist magisch, verändert sich, zieht Blicke an, soll neugierig machen.» Der Betrachter solle das Bild als Einheit sehen und weniger die Technik dahinter, wünscht sie sich. Um neben den eigenen Interpretationen jedes Besuchers Gedankenanstösse zu geben, versieht die Künstlerin die Bilder gerne mit kleinen Gedichten. Es sind Elfchen – elf Wörter, welche ein Werk in kreativer Form umschreiben. «Funkeln, mal da, dann wieder nicht, ist es ein Licht? Kreativität.» Dieses Elfchen ziert die Einladungskarte zur Ausstellung. Tan-ja zeigt auf die Serie von Werken, welche in den Rauhnächten zwischen dem 25. Dezember und dem 6. Januar enstanden sind. «Jede Nacht steht für einen Monat, jeder Monat für ein Sternzeichen.» So ordnet die Künstlerin dem in der achten Nacht entstandenen Werk «Löwe» die folgenden Worte zu: «Wärme. Sich ausdehnend, ohne irgendeine Wertung, ein gute Gefühl verbreitend. Heimat.» Neben den Farbschnitten präsentiert die Künstlerin auch einige Gemälde in Mischtechnik auf Gewebe. «Ich brauche reines Malen als andere Ausdrucksform», erzählt Tan-ja. Ausdrucksstark und in kräftigen Farben gehalten lassen sie den Betrachter in eine eigene Gedankenwelt eintauchen. Passend dazu gewählt sind die Titel der Werke wie «Pulsieren», «Aufleuchten» und «Manifestieren».

Kreativität zieht sich durch die Ausstellung

Tanja Graf beschäftigte sich schon in jungen Jahren mit künstlerischem Schaffen und bildete sich in zahlreichen Kursen zu ganz unterschiedlichen Techniken weiter. Sie erlangte nach vierjähriger Ausbildung das Diplom als Mal- und Kunsttherapeutin. Seither vertieft sie ihr breites Wissen durch regelmässige Weiterbildung auf den Gebieten Kunst und Therapie. Die ausgebildete Ergotherapeutin arbeitet in Baden mit Menschen mit einer körperlichen Behinderung. Koni Erni, Leiter der Galerie, zeigt sich in seiner Begrüssungsrede anlässlich der Vernissage beeindruckt von der Vielfalt, welche aus den Bildern spreche. «Diese Kreativität zieht sich durch die ganze Ausstellung.»

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