Schlachthaus muss umfassend saniert werden

Für das Tierwohl

| Yvonne Russi

Das in die Jahre gekommene Schlachthaus mit integrierter Kadaversammelstelle muss umfassend saniert werden. Der Gemeinderat bewilligt für die Arbeiten insgesamt 412'000 Franken.

Wie aus dem Verhandlungsbericht des Gemeinderates vom 17. August zu entnehmen ist, ist die Bewilligung des Schlachthauses per Ende Dezember 2019 abgelaufen. Da bereits letztes Jahr bekannt war, dass eine Erneuerung der Bewilligung umfassende Sanierungsarbeiten erfordert, bewilligte der Gemeinderat für diese Arbeiten einen Kredit von 237'000 Franken. Nun liegt für das Sanierungsprojekt ein detaillierter Kostenvoranschlag vor, welcher einen Nachtragskredit von 175'000 Franken bedarf, welcher die erhöhten Anforderungen des Veterinäramtes berücksichtigt. Mit Beschluss des Gemeinderates wurde dieser Nachtragskredit gutgeheissen und das Projekt zur Ausführung freigegeben.

Das Schlachthaus an der Gottfried Keller Strasse gehört seit Jahrzehnten der Gemeinde Glattfelden und wir von ihr unterhalten und verwaltet. Benützer bezahlen eine Gebühr. 1966 beschloss die Gesundheitsbehörde einen Umbau, der auch den Anforderungen an eine Militärküche genügte. Zu dieser Zeit befand sich das Schlachthaus noch am Rande des Dorfes. Heute, bedingt durch das Wachstum des Dorfes, wanderte sein Standort immer mehr ins Zentrum, was suboptimal sein könnte. Doch gemäss Auskunft von Schlachthausnutzern gibt es fast keine Reklamationen zum Schlachtbetrieb.

Montag ist Schlachttag

Zwei Metzger aus der Region nutzen derzeit das Schlachthaus. Geschlachtet wird jeweils am Montag. Der Kundenmetzger Marcel Meier schlachtet für 90 Kunden, mehrheitlich Landwirtschaftsbetriebe mit Viehwirtschaft. Nach dem Schlachttag muss das Fleisch im Schlachthaus abhängen, bevor es weiterverarbeitet werden kann. Aus dieser Gegebenheit und da das Schlachthaus auch zukünftig für maximal 1500 Schlachtungen zugelassen ist, kann der Schlachtbetrieb nur sehr begrenzt ausgebaut werden.

Was kostet uns das Schlachthaus?

Wie rentabel das Schlachthauses ist, kann Gemeinderat Gasser nicht schlüssig beantworten. «Das Schlachthaus erwirtschaftet ein kleines Defizit», erklärte der Vorsteher Infrastruktur. Die Schwierigkeit nach klaren Zahlen liegt darin begründet, da einerseits für das Schlachthaus und für die Kadaversammelstelle, welche massiv höher sind als die zugeführten Kadaver, keine getrennte Erfolgsrechnung geführt wird. Andererseits werden Schlachtabfälle der Kadaversammelstelle zugeführt, was die Kostenwahrheit weiter erschwert.

Kurze Wege für stressfeie Schlachtung

Christian Meier vom Brunnenhof ist ein Kunde von Metzger Marcel Meier. Als Viehbetrieb mit naturnaher Haltung ist mir eine regionale Schlachtung mit kurzen Anfahrtswegen sehr wichtig. «Meine Tiere sind dadurch weniger gestresst und das wirkt sich auch auf die Fleischqualität aus», erklärt er. Von Geburt der Tiere kümmert sich Meier liebevoll um seine Tiere und ermöglicht ihnen ohne Zugabe von Kraftfutter und unnötigen Medikamenten ein sorgloses Leben auf den Glattfelder Weiden. Deshalb ist ihm auch ein kurzer und stressfreier Weg ins Schlachthaus ein Anliegen und schätzt das lokale Angebot.

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