Wie schmeckt das Gras wohl auf der anderen Seite?

Kälbli ausgebüxt

| Yvonne Russi

«Wie schmeckt das Gras wohl auf der anderen Seite des Weidezauns?», fragte sich wohl ein Kälbli auf der eingezäunten Weide im Strick und schlüpfte kurzerhand unter dem geladenen Elektrozaun durch und löste damit sogar einen Polizeieinsatz aus.

Die glücklichen, zufriedenen und sehr naturnahe gehaltenen Kühe von Bauer Chrigel Meier sind immer mal wieder eine Schlagzeile wert. So entfernte sich letztes Jahr ein durstiger Muni von seiner Herde und wurde dabei ertappt, wie der genüsslich an der Glatt seinen Durst stillte.

Anfangs September nun schlüpfte auf der Weide im Strick ein junges Kälbli unter dem Elektrozaun durch. Wie ein Augenzeuge auf dem Weg ins Fussballtraining berichtet, versuchte danach das Kälbli verzweifelt einen Weg zurück zu seiner Mutterkuh. Doch dieses Mal kam der Elektrozaun seiner Pflicht nach und scheuchte das verunsicherte Tier immer wieder zurück.

Pflichtbewusst alarmierte erst ein Passant die Polizei, danach ein weitere Spaziergänger Bauer Christian Meier direkt, welcher nichtsahnend mit seiner Gattin Andrea im Löwen seinen Hochzeittag feierte. Da er aktuell seine Schulterverletzung auskuriert, machte sich wohl oder übel Gattin Andrea auf den Weg, das Kälbli einzufangen.

Um keine Zeit zu verlieren, fuhr sie über die Strickstrasse mit ihrem Auto direkt zur Weide, stellte ihr Auto gezwungenermassen im Fahrverbot ab und führte in nicht ganz passender Kleidung das verunsicherte Kälbli zurück zur Mutterkuh.

Als sie danach die Polizei vorfahren sah, ahnte ihr Ungemach, stand sie doch noch immer im Fahrverbot. Doch die beiden Polizisten waren im Anblick des grossen Munis, welcher auch auf der Weide weilte, nur heilfroh, dass ihnen die Arbeit bereits abgenommen wurde.

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