Corona-Zeiten

Glattgedanken

| Christian Ulrich

Es sind verrückte Tage. Das Virus mit dem viel zu schönen Namen hat uns im Griff, und wie! Die jüngsten Zahlen sind so alarmierend, dass gewissenhafte Solidarität gefragt ist. Noch an der Vernissage in der GKZ-Galerie am 7. März wurden recht häufig Hände geschüttelt und Küsschen getauscht, worüber ich mich wunderte. Ich hielt mich da zurück. Aber später wurde mir bewusst, dass es kaum etwas genützt hatte. Aus der Galerie hinunter hat es nämlich eine enge, steile Treppe mit einem Handlauf, wie es sich gehört. Den benutzte ich natürlich auch und hatte so nachträglich Kontakt mit den Händen aller Anwesenden.

 

In einem kurzen Video über aktuelle Massnahmen wies das Fernsehen auf dieses Problem hin: Türfallen und –Griffe von Gebäuden, wo viele Leute ein- und ausgehen, sollten nicht mit blossen Händen berührt werden.

 

Die Pandemie zeigt auch, dass für einen Staat ein gewisser Grad an Autarkie sehr sinnvoll wäre. Es ist doch schlicht peinlich, wenn bei uns Gesichtsmasken oder Medikamente knapp werden, weil sie die Chinesen selber brauchen oder chinesische Produktionsbetriebe stillgelegt sind. Auch in Sachen Spitalpersonal wäre es schön, wir wären autarker. Im Tessin kann man die Grenze auch deshalb nicht schliessen, weil viel Pflegepersonal aus Italien kommt. Dabei könnten diese zurzeit im eigenen Land dringend gebraucht werden. Und - wie lange kann das deutsche Spitalpersonal in Bülach noch problemlos die Grenze passieren?

 

Aber – Corona schafft auch Positives: Auf dem Glattfelder App wurde die Rubrik „Nachbarschaftshilfe“ lanciert und am Sonntag wurde via Facebook zum Konzert vor dem eigenen Haus aufgerufen. Und richtig, punkt 18 Uhr hörte ich ein Alphorn aus dem Eichhölzli.

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