Die Mondnacht gegen den Winter-Blues

Konzert im Gottfried Keller Zentrum

| Koni Ulrich

Wärme, Harmonie, Gefühl und Wohlklang – was Patricia Brogli und ihr Partner Marcel Vogler am frühen Sonntagabend ins Glattfelder Gottfried Keller-Zentrum zauberten, löste beim Publikum jegliche Angst vor einem allenfalls zu strengen Winter in Luft auf.

Glattfelden hatte am Wochenende einiges an Kulturellem zu bieten. Nicht nur schloss am Samstagabend der traditionelle Weihnachtsmarkt im Dorfzentrum mit dem gut besuchten Konzert des Gospelchors «Get up!» in der reformierten Kirche ab. Am frühen Sonntagabend lud die Stiftung GKZ erneut zu einem musikalischen Genuss in den Saal des Kulturzentrums. Patricia Brogli und ihre Partner Marcel Vogler luden zu ihrer Mondnacht, welche die beiden zusammen mit der Stiftung schon 2020 eingeplant hatten. Die Pandemie hatte ihnen damals, wie so vielen anderen Kulturschaffenden, einen Strich durch die Rechnung gemacht. Umso grösser jetzt die Freude, das Ganze nachzuholen.

Gesang und wechselnde Instrumente

Der im Programm angekündigte mystische Abend führte über oft zweistimmig gesungene Arrangements von Balladen, Liedern und auch mal einer rein instrumentalen Nummer. Auffällig, wie leicht sich das Duo verschiedenster Instrumente bediente. Die Pianistin und Leadsängerin Patricia Brogli wechselte locker zur Querflöte und Marcel Vogler verstand sich nicht nur im imposanten Vibraphon, einem recht grossen Schlaginstrument, ähnlich dem kleineren Xylophon. Er bediente auch das Schlagzeug, inklusive Gubal, in subtiler Manier. Letzteres ist eine Art Steel-Pan, aber nur für die Hand. Beim Vibraphon ist schon verblüffend, wie der Musiker mit je zwei Schlägeln in einer Hand also teils vier Töne gleichzeitig spielte und traf. Der teils lange Hall in den Tönen seines Instrumentes wurde auch noch durch einen Minibass unterstützt, den Kogler noch zusätzlich installiert hatte. Irgendwie tröstlich, dass aber einer der schönsten Momente des Abends dann doch von schlichtem Charakter war: Das zusammen mit dem Publikum herzhaft gesungene «Luegit vo Berg und Tal» war von wuchtigem Klang, der selbst die Künstler erstaunen liess.

 

Wieviel Aufwand die beiden Protagonisten für diesen klang- und stimmungsvollen Abend betrieben hatten, zeigte sich nach ihrem mit grossem Applaus bedachten Konzert auch darin, dass es galt, unendlich viele kleine und grössere, schwarze Taschen ins Erdgeschoss zu tragen. Da half am Abend der Berichterstatter dann gerne mit, sich gut erinnernd an eigene Auftritte in der Vergangenheit mit seinen Bands. Stets hatten sie damals geglaubt, sich später mal richtige «Roadies» leisten zu können, die ihnen die Sachen für ein Trinkgeld herumschleppen würden. Es passierte leider nie. Heute aber, sind wir einfach alle froh – die Musiker, die Veranstalter und das Publikum – dass das Kulturleben landauf, landab wieder Fahrt aufgenommen hat.

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