Wanderferien rund um den Thunersee

Gemeinsames Wandern

| Ernst Schmid

Unter der Leitung von Imelda und Otto Hollenstein verbrachten die Wanderfreunde von Glattfelden von 29. August bis 2. September ihre Wanderferien im Berner Oberland.

Nicht nur Rekruten und WK-Soldaten rückten am Montagmorgen in Thun ein. Auch 30 Glattfelder Wanderfreunde unter bewährter Führung von Imelda und Otto Hollenstein bezogen für eine Woche im Hotel Holiday an den Gestaden des Thunersees ihr Quartier. Nach dem Deponieren des Gepäcks und einer kurzen Orientierung ging es noch vor dem Mittag auf zur ersten Wanderung. Der Bus, dessen Haltestelle direkt vor dem Hotel lag, brachte uns nach dem an der linken Seeseite liegenden Einigen. Die Zeit des passiven Reisens war damit endgültig vorbei und die eigene Fitness ein erstes Mal gefragt. Über die Strättligburg und den Strättlighügel – einer Erhebung rund 100 m über dem See – wanderten wir in Richtung Thun nach Gwatt, wo in der Pizzeria Campione bereits Spaghetti und flüssiges in jeglicher Art auf uns wartete. Nach dem Essen teilte sich die Gruppe auf, die einen trotzten der Hitze und liefen dem See entlang durch eine schöne Parkanlage zurück zum Hotel, während die anderen mit dem Bus zurück zum Hotel fuhren wo sie Zeit hatten zur Erkundung der näheren Umgebung.

Nach Zimmerbezug Apéro und Nachtessen waren wohl die meisten nicht unglücklich als uns das Personal um 22 Uhr erklärte es sei jetzt Schluss und wir müssten entweder in die Disco oder ins Bett. Unser Pech, die Disco war geschlossen.

Für Dienstag stand die Wanderung von Mürren zur Grütschalp auf dem Programm.

Nach einem feinen «z’Morge» im Hotel brachten uns Bus, Bahn und Luftseilbahn via Interlaken und Lauterbrunnen nach Mürren. In Mürren war genügend Zeit eingeplant für einen individuellen Rundgang durch den Ort und ein erstes bestaunen der Gegenüberliegenden Bergkulisse mit Eiger, Mönch, Jungfrau und dem davorliegenden Lauberhorn. Dieses magische Szenario begleitete uns auf der anschliessenden Wanderung zur Winteregg, wo wir uns erst einmal mit einem Teller feiner Älplermacarone stärkten, bevor wir weitermarschierten zur Grütschalp und mit der Luftseilbahn wieder hinunter nach Lauterbrunnen tragen liessen. Während die eine Gruppe von der Talstation aus der Weissen-Lütschine zu Fuss folgte, machte es sich die andere Hälfte beim «schwarzen Kaffee im Restaurant in Lauterbrunnen bequem und bestieg bereits dort den Zug für den Rückweg. In Zweilütschinen vereinten wir uns wieder und fuhren gemeinsam zurück nach Thun.

Eine Wanderung mit Tiefblick und etwas Nervenkitzel wartete am Mittwoch auf uns. Mit dem Bus erreichten wir Sigriswil auf der rechten Seeseite und nach kurzem leichtem Aufstieg standen wir vor der bekannten Hängebrücke. Ein kühner 300 m langer Steg aufgehängt an Stahltrossen führt über eine imposante Schlucht und erlaubt eine grandiose Rundsicht. Nicht von ungefähr heisst die Route auch Panoramaweg. Wieder bildeten sich zwei Gruppen. Für die eine Gruppe war die Überquerung der Brücke freiwillig sie mussten zur Fortsetzung ihrer Tour auch wieder zurück, sie benutzten anschliessend einen zwar nicht weniger weiten aber stetig etwas abfallenden Weg bis zur Beatenbucht. Für die zweite Gruppe die noch Drang nach weiter oben verspürte war die Querung ein Muss. Nach oben war dann auch verbunden mit fast endlos scheinendem Stufensteigen auf- und abwärts erst im freien Gelände dann im Überbauten bis zur Bushaltestelle in Hünibach. Beide Gruppen verpflegten sich an diesem Tag zum Mittagessen aus dem Rucksack. Der gut ausgebaute ÖV brachte uns Alle wieder zurück nach Thun, wo erst einmal Durstlöschen angesagt war.

Für Donnerstag war der Diemtigtaler Talweg auf dem Programm. Mit Bahn und Bus liessen wir uns zur Grimmialp ganz hinten im Diemtigtal fahren. Auf sehr angenehmem Weg ging es erst rund um das Blauseeli und dann etwa 3 Stunden stetig leicht bergab bis zum Restaurant Riedli, wo wir uns bei einem feinen z’Mittag stärkten. Eigentlich wäre die Wanderung hier weiter gegangen, aber weil sich bei einigen das Stufengehen vom Vortag in Form von leichtem Muskelkater bemerkbar machte, war wohl Niemand unglücklich als bereits hier auf den ÖV umgestiegen wurde. Die dadurch gewonnene Zeit reichte dann in Spiez für eine Rundfahrt mit dem «Spiezer-Zügli», was uns in jeder Hinsicht mehr als Entschädigte für die leicht verkürzte Wanderung. Wieder im Hotel mussten wir bereits wieder Vorbereitungen für die morgige Abreise treffen und uns für das letzte gemeinsame Nachtessen dieser Woche stylen. Die Spannung stieg als Imelda nach dem Hauptgang mit dem Glas in der Hand um Aufmerksamkeit bat. Es hat sich so eingebürgert, das jeweils am letzten Abend das Ferienziel des nächsten Jahres bekannt gegeben wird. Das tat sie dann auch auf ihre eigene unverwechselbare Art. An dieser Stelle sei der Ort jetzt nicht verraten, nur so viel, es tönt verheissungsvoll und geht ins Bündnerland.

 

In lockeren Worten brachte Fredi anschliessend gekonnt einige Ereignisse der vergangenen Tage auf den Punkt und bedankte sich im Namen von uns allen für die umsichtige Planung und Führung bei Imelda und Otto. Mit dem obligaten Schlummertrunk fand auch dieser Abend seinen Ausklang.

Eine Schifffahrt auf dem Thunersee durfte nicht fehlen und rundete am Freitag die Woche ab. Zuvor war, wie es sich für Wanderferien gehört, nochmals Marschieren angesagt. Der Bus brachte uns entlang dem Thunersee nach Interlaken. Durch das Naturreservat Weissenau gelangten wir zu Fuss zur Schiffstation Neuhaus, wo ein Teil der Gruppe einen längeren Halt einlegte und bereits da auf das Schiff Richtung Thun wartete, während einige Unermüdliche weiterliefen, um in Sundlauenen dann ebenfalls zu zusteigen. Auf dem Schiff genossen wir ein feines Essen und konnten vom See her noch einmal einig abgelaufene Strecken Revue passieren lassen. Das trockene Wetter blieb uns die ganze Woche treu und erst auf dem Bahnhof Thun, als wir alle schon unter Dach waren, erlebten wir, dass es auch hier zünftig Regnen kann. Ohne irgendwelche Blessuren kamen wir alle zurück ins Unterland. Was einerseits für unsere Fitness sprach und andererseits auch zeigte, dass die ausgewählten Routen unseren Möglichkeiten entsprachen. Dafür noch einmal herzlichen Dank an Imelda und Otto.

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