Bruno Rossi erzählt: Wussten Sie, dass …

Geschichten aus vergangenen Zeiten

| Bruno Rossi und Yvonne Russi

Das Urgestein Bruno Rossi liebt es, von der Vergangenheit zu erzählen. Aufgewachsen in Rheinsfelden blickt der heute 92-Jährige gerne auf unzählige Dorfgeschichten zurück und gibt damit Eindrücke in eine für viele fremde Zeit.

Bereits im vergangenen Jahr erzählte Bruno Rossi aus seinen Jugendjahren in Glattfelden. Nach «Glattfelden anno dazumal» heisst es in der neuen Mini-Staffel «Wussten Sie, dass…». Diese soll einen oft vergessenen Einblick in frühere Jahre in Glattfelden geben.

Wussten Sie, dass im Schulhaus Aarüti die Weihnachtsgeschichte aufgeführt wurde?

Ja, sie haben richtig gelesen: Im Aarüti gab es ein Schulhaus. Das 1879 erbaute Schulhaus beherbergte bis 1949 die Primarschule. Drei Unterrichtsräume waren darin zu finden. Im Klassenraum im Erdgeschoss wurden die ersten drei Primarklasse unterrichtet. Im ersten Stock waren die Schüler von der vierten bis zur sechsten Klasse und zuoberst unter dem Dach, unterrichtete Frau Stegmüller Handarbeit.

Für den Schulweg von Rheinsfelden nach Aarüti brauchte ich 20 Minuten. Natürlich zu Fuss, denn ein Fahrrad gab es erst ab der Oberstufe. Der Schulweg führte auf der Härdlistrasse mitten durch den Wald im Zweidler-Hard. Zu dieser Zeit, vor dem Zweiten Weltkrieg war das ganze Zweidler-Hard bis zum Zweidlergraben bewaldet. Nach Westen hin reichte der Wald bis an die heutige Aarüti-/Rheinsfelderstrasse.

Wir liebten unseren Schulweg, denn bekanntlich ist ja der Schulweg das Schönste an der Schule. Wir wussten, wo jeder Vogel sein Nest hatte. Auch kannten wir jeden Baum anhand seiner Blätter oder seiner Baumrinde. Nur schade, dass von diesem Wald nur noch ein Bruchteil existiert. Denn ein grosses Waldstück fiel dem «Anbauplan Wahlen» zum Opfer.

Wie alle Kinder fieberten auch wir der Weihnachtszeit entgegen. Ein Höhepunkt war die Schüler-Aufführung der Weihnachtsgeschichte im Schulhaus Aarüti. Die Eltern waren für die Kostüme verantwortlich und wir Kinder probten während der Adventszeit nach der Schule. Nach den Proben, welche so bis 18 Uhr dauerten, ging es dann auf den Heimweg durch den dunklen Wald. Doch Angst verspürten wir keine, nein, wir genossen den Moment.

Kurz vor dem Heiligen Abend führte die ganze Primarschule gemeinsam das Krippenspiel auf. Jeder Schülerin, jedem Schüler wurde eine Rolle zugeteilt. Es wurde musiziert, gesungen und natürlich Theater gespielt. Es war ein grosses Miteinander und auch gelacht wurde viel. Danach gab es als Gage Weihnachtsguetzli und Süssmost.

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