Mit ausgeglichenem Budget an die Versammlung

Gemeindeversammlung Glattfelden

| Roger Suter

Der Gemeinderat Glattfelden legt den Stimmberechtigten für 2022 eine schwarze Null vor. Womöglich ist es die letzte für längere Zeit.

Nettoaufwand um 301 900 Franken gesenkt

Glattfelden rechnet knapp: Bei einem Gesamtaufwand von nicht ganz 36,922 Millionen resultiert einschliesslich Steuern ein hauchdünnes Plus von 5100 Franken. Es zeugt von den Bemühungen, das Budget unter allen Umständen ausgeglichen zu halten. Dabei soll der Steuerfuss bei 120 Prozent belassen werden. Insgesamt habe man den Nettoaufwand (ohne Finanzen und Steuern) um 301 900 Franken senken können, schreibt der Gemeinderat in seiner Weisung.

Investitionsanteil steigt von 10 auf 15 Prozent;

Zur Beurteilung führt der Gemeinderat verschiedene Kennzahlen auf:

 

Die Eigenkapitalquote zeigt, wie viele der geplanten Ausgaben die Gemeinde selber finanzieren kann. Sie soll 2022 72 Prozent betragen. Im Budget 2020 waren es 71 Prozent, in der Rechnung 2019 69 Prozent. Dabei seien Werte über 25 Prozent genügend.

 

Der Investitionsanteil steigt von 10 auf 15 Prozent; 2020 waren es noch 4 Prozent, 2019 5 Prozent. Letztere beiden Zahlen sind laut Richtwert ungenügend. Das ändert sich, wenn eine Gemeinde mehr als 10 Prozent der Investitionen für Infrastruktur wie Wasserversorgung u. Ä. (beziehungsweise deren Erhalt) einsetzt. 2022 sollen rund 5,562 Millionen Franken ins Verwaltungsvermögen investiert werden. Das zweckfreie Eigenkapital soll Ende 2022 rund 39,3 Millionen Franken betragen.

Steuerkraft pro Einwohner gesunken

Die Zahl der Einwohner soll sich 2022 um 20 auf 5310 erhöhen. Die Steuerkraft pro Einwohner ist per Ende 2020 um 184 auf 2148 Franken gesunken (Differenz 7,9 Prozent). Das Kantonsmittel (ohne die Stadt Zürich) beträgt 3770 Franken (Vorjahr 3843 Franken, Differenz 1,9 Prozent), wodurch Glattfelden 2022 8,692 Millionen aus dem kantonalen Finanzausgleich erhalten wird.

 

Der Selbstfinanzierungsgrad, also der Anteil der Nettoinvestitionen, den die Gemeinde aus eigenen Mitteln bestreitet, stürzt von 121 auf 52 Prozent. Alles zwischen 50 und 80 Prozent ist gemäss Richtwert problematisch. In der Rechnung 2020 betrug er 153 Prozent. Die Zinsbelastung bleibt aber bei 0 Prozent,

der Nettoverschuldungsquotient sinkt weiter auf -75 Prozent. Diese Zahl zeigt den Anteil der direkten Steuern, die erforderlich wäre, um die Nettoschuld abzutragen, und ist deshalb unter 100 Prozent als gut zu bezeichnen. Auch die Nettoschuld pro Einwohnerin und Einwohner sinke von 2330 auf 1859 Franken.

Kommende Gemeindeversammlung am Dienstag, 7.Dez. um 20:00 Uhr in der Mehrzweckhalle

Die Rechnungsprüfungskommission, welche das Budget geprüft hat, empfiehlt es zur Annahme. Sie weist aber darauf hin, dass wegen der anstehenden grossen Investitionen bei künftigen Voranschlägen mit Aufwandüberschüssen und einer Nettoverschuldung der Gemeinde zu rechnen sei.

 

Die Stimmberechtigten werden am Dienstag, 7. Dezember, ab 20 Uhr darüber diskutieren. Die Gemeindeversammlung findet in der Mehrzweckhalle Eichhölzli statt.

Zurück