Kochfest verbindet Gastronomie mit italienischer Gastfreundschaft

Festa Nazionale del Cuoco

| Ruth Hafner Dackerman

Zum achten Mal wurde vergangenen Sonntag die «Festa Nazionale del Cuoco» durchgeführt, diesmal im Ristorante Il Duetto. Spitzengastronomen von weit her kamen, um sich in der Kirche segnen zu lassen, Kontakte zu knüpfen und Erfahrungen auszutauschen.

Gastgeber Vincenzo Palmeri strahlt übers ganze Gesicht. Er hat heute die Ehre, den Prestigeanlass der «Festa Nazionale del Cuoco» durchzuführen und Spitzenköche aus allen Teilen der Welt zu bekochen. Das Programm ist dicht gedrängt – vom dreigängigen Mittagsmenü über die Segnung der weissen Kochmützen in der katholischen Kirche bis hin zum Apéro und einem viergängigen Abendessen samt musikalischer Umrahmung und zahlreicher Ansprachen. Das Fest stehe unter dem Zeichen von San Pasquale Baylon, dem Schutzpatron aller Küchenchefs der Welt, erklärt Palmeri.

Alessandro Cassaro ist Präsident der Vereinigung «Associazione Cuochi Svizzera». Der Schweizerische Kulturverein der Köche wurde 2012 gegründet mit dem Ziel, das Wissen und die Verbreitung der Kochkunst durch den Verein weiterzugeben, und umfasst rund 280 Mitglieder. «Aufgenommen wird man aufgrund von Ausbildung und Laufbahn, und man muss auf einem hohen Niveau kochen», erklärt Cassaro. Der Anlass des nationalen Kochfests diene einerseits der Kontaktpflege, biete andererseits auch einen Mehrwert für den Verein, das Restaurant und den Ort, an welchem der Event stattfinde. «Es ist ein gemeinsamer Auftritt der Schweizer Gastronomie.»

Kochen ist eine Kunst

Alessio Zappala ist Chef exécutif und extra aus Luxemburg angereist – aus Freundschaft zu Vincenzo Palmeri, wie er sagt. «Der Anlass ist eine gute Botschaft für die italienische Küche. Alle diese Gerichte haben eine lange Tradition. Ich koche gerne Gerichte, welche meine Grossmutter einst kreiert hat, und teile diese Tradition mit meinen Gästen.» Ein weiterer hochkarätiger Koch ist mit der Person von Milenko Stajcer vertreten. Der gebürtige Kroate mit österreichischen Wurzeln ist direkt von Mazedonien nach Glattfelden gekommen. Stajcer ist Gründer und Präsident des Vereins «Schweizer Gastronomie und Gastfreundschaft» und trägt stolz die rote Schärpe von «Escoffier». «Kochen ist eine Kunst, das Gastgewerbe eine Herzensangelegenheit», erklärt er voller Inbrunst und lobt Palmeris authentische Küche. «Wir haben schon viel gemeinsam gekocht und erlebt.» Am heutigen Tag darf er stolz die Urkunde als Ehrenmitglied des Vereins entgegennehmen.

Die weissen Kochmützen werden gesegnet

Am Nachmittag spazieren die 17 Spitzenköche und -köchinnen in Richtung katholische Kirche, wo sie von Pfarrer Gabriel Tirla empfangen werden. In einer feierlichen Zeremonie werden als Höhepunkt allen Köchen die weissen Kochmützen – die Berretti Bianchi – aufgesetzt und gesegnet. Als Ehrengast anwesend ist der italienische Konsul Gabriele Altana, welcher den Anwesenden in seiner Ansprache viel Glück für ihre Zukunft wünscht.

Beim anschliessenden Aperitif wird gefachsimpelt. Videobotschaften werden eingespielt, eine Grussbotschaft von Gemeinderätin Michèle Dünki-Bättig wird verlesen. Man freue sich sehr, dass die Mitglieder des Kulturvereins Köche ihre Versammlung in Glattfelden durchführen. «Vincenzo Palmeri führt mit seinem Team erfolgreich das Restaurant Il Duetto, und zwar mit viel Umsicht und Liebe für gute Gastronomie. Glattfelden als Dorf gewinnt dadurch an Attraktivität.»

Zu dezenter Pianomusik nehmen die rund 40 Gäste im Löwensaal an festlich gedeckten Tischen Platz. Beim viergängigen Abendessen entstehen nochmals die unterschiedlichsten Gespräche. Ippazio Calabrese, Ratsmitglied beim Comitato italiano all’Estero, fasst den Anlass in kurzen Worten zusammen – «eine erfolgreiche Idee, welche die italienische Gastronomie verbindet». Es sei schön, so viele Köche aus ganz Europa begrüssen zu dürfen. «In keiner Schule bekommt man so viel Austausch von Erfahrungen.» Bis zum späten Abend wird gefeiert und gelacht – mit viel Herzlichkeit und italienischem Temperament.

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