Hochbetrieb beim Kraftwerk Glattfelden-Eglisau

Aktuelle Hochwasser-Situation

| Yvonne Russi

Während Hochwasser-Situationen hat das Kraftwerksteam von Betriebsleiter Heinz Wildberger alle Hände voll zu tun. So auch diese Tage. Denn der Rechen vor dem Kraftwerk muss stets freigehalten werden.

 

Die kräftigen Regenfälle der vergangenen Tage haben das Abflussvolumens des Rheins kräftig ansteigen lassen. Mit Abflussmengen von über 1’100 m3/s respektive 1.1 Millionen Liter pro Sekunde (1’100 m3/s) hat sich diese gegenüber dem langjährigen Mittel von ungefähr 500 m3/s mehr als verdoppelt.

 

Solche Wassermassen bedeuten für die rund 20 Axpo Mitarbeiter, welche auch das Kraftwerk Rheinau betreuen, in erster Linie Mehraufwand. So muss der Rechen, welcher Schwemmholz, Laub und Wasserpflanzen von den sieben Turbinen fernhält, dauernd mit den Rechenreinigungsmaschinen freigehalten werden.

 

Auch wenn enorme Wassermassen diese Tage das Wehr hinunterdonnern, zeigt sich die erfahrene Mannschaft von Betriebsleiter Wildberger wenig nervös. Denn die Abflussmengen gehen schon wieder leicht zurück. Die Messstation «Rhein-Rekingen», welche auch für das Kraftwerk Glattfelden-Eglisau repräsentative Messwerte liefert, zeichnete bereits am 9. Juli eine Abflussmenge von 1'450 m3/s auf.

Diese Abflussdaten der vergangenen 31 Tage unterstreichen auch die Tatsache, dass die Rheinzuflüsse Thur und Töss die maximale Rheinabflussmenge stark beeinflussen und im Wesentlichen für die maximalen Abflussmengen verantwortlich sind. Im Vergleich dazu verhalten sich die Abflussmengen des Rheins nach dem Bodensee recht moderat. Dabei dient der Bodensee als eigentlicher Speicher, der konstant Wasser abgibt. Steigt der Pegel des Bodensees an, nehmen auch die Abflussmengen zu.

Regenfälle schwemmen viel Müll an Wehr und Rechen

«Während der ersten Schlechtwetterperiode um den 9. Juli mussten wir grosse Mengen an Treibgut mit den eigens dafür installierten Kranen vom Wehrrechen entfernen», berichtete Heinz Wildberger auf Anfrage. Dieses Treibgut bestand grösstenteils aus Ästen und Baumstämmen, welche hauptsächlich von Thur und Töss mitgerissen wurden.

 

Mit der zweiten Regenperiode Mitte Juli wechselte dieses Bild ein wenig. Während die Abflussmengen aus dem Bodensee zunahmen, reduzierten sich die Zuflussmengen von den Flüssen Thur und Töss. Mehr und mehr Geschwemmsel – Treibgut aus Laub und Seegras, welches sich vom Flussboden löste – wurde durch die höhere Fliessgeschwindigkeit an den Rechen geschwemmt. Da diese «Pampe» den Rechen, welcher die Turbine vor Festkörpern schützt, zu verstopfen drohte, muss dieses «Geschwemmsel» dauernd entfernt werden. Die Entsorgung dieser Biomasse ist aufwendig, muss doch vor der Kompostierung der ganze Plastikmüll von Hand herausgelesen werden.

Keine Rekordwerte

Wie langjährige Statistiken der Messstation bei Rekingen zeigen, kommen Abflussmengen, wie wir diese in den vergangenen Tagen hatten, alle rund 10 Jahre vor.

Dies erklärt, warum Betriebsleiter Heinz Wildberger die Situation relativ gelassen nehmen konnte. Auch wenn die Tage keine Routine darstellte, meistert das erfahrene Kraftwerksteam solche Hochwassersituationen mit viel Erfahrung.

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