Ein Grenzstein aus dem Jahr 1671 für das «Dreiländereck»

Ausflugtipp - Stein-Geschichte

| Ueli Langmeier

Steine wurden seit jeher benutzt, um Dinge festzusetzen. Beispiele sind der Grenzstein der Gedenkstein oder der Grabstein. Ueli Langmeier ging den Geschichten des «Grauenstein» nach.

Das Auengebiet «Grauenstein» war früher eine Wiese und liegt unterhalb des Hügelsporns «Alte Burg» in einer Glattschlaufe in Bülach. Den Namen Grauenstein bekam das kleine Naturschutzgebiet von einem Grenzstein. Der Grenzstein wurde im Jahre 1671 von den Bülachern errichtet, wie die Inschrift verrät. Heute befindet sich eine Kopie an der gleichen Stelle. Das Original liegt im Museum Bülach.

Grenze Bülach, Glattfelden und Hochfelden

Der besondere Ort markiert vermutlich eine Art «Dreiländereck», auch wenn es sich hier nur um Gemeindegrenzen handelt. Die Grenzen von Bülach, Glattfelden und Hochfelden treffen sich auch heute noch dort. Der Stein befindet sich etwa 10 Meter vom Glattweg des rechten Ufers entfernt im Innern des Waldes und ist wegen der gegenwärtigen Waldpflege und dem gelichteten Wald wieder sichtbar geworden.

Auf dem Stein befinden sich vier Buchstaben: G W S T, die Jahreszahl 1671 und das alte Wappen von Bülach mit rotem, schräggestelltem Schild. Die Lettern lassen sich ziemlich sicher mit der althochdeutschen Form «grâwêr stein» deuten, demnach also «grauer Stein», hier silbenweise abgekürzt. Erst nach etwa 1700 wurde aus «aw» der heutige Doppellaut «au». (Quelle: Deutsches Wörterbuch von Jacob und Wilhelm Grimm, 1854 erschienen).

Ein schöner Ausflug für Familien und Interessierte, die neben einem gemütlichen Spaziergang entlang der Glatt auch noch etwas Geschichte einfliessen lassen möchten.

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