Kommt der Posträuber jetzt alle drei Wochen?

Post Glattfelden

| Koni Ulrich

Innert drei Wochen ist die Glattfelder Poststelle zweimal überfallen worden, am 14. Januar und am 5. Februar. Die gemäss Signalement jeweils fast identischen Täter konnten beide Male mit einigen hundert Franken entkommen. Die Kantonspolizei will sich zu den Abklärungen nicht äussern, versichert aber, dass «die Ermittlungen auf Hochtouren» laufen. Auch die Post hat die Überfälle zur Kenntnis genommen, verweist aber darauf, dass die Anzahl solcher Ereignisse tendenziell abnimmt. Die Post hat ja in Glattfelden, wie man weiss, noch eine andere Frage offen.

«Raubüberfall auf Tankstelle» ist eine ziemlich geläufige Schlagzeile in der Tagespresse. Poststellen kommen diesbezüglich mindestens in der gefühlten Wahrnehmung doch um einiges besser weg. Umso erstaunlicher, was im neuen Jahr, notabene, kurz nachdem die Glattfelder Poststelle von der langjährigen Filialleiterin Monika Frehner an eine neue Leitung übergangen war, passiert ist. Innert drei Wochen hat ein vermutlich junger, schwarz gekleideter Mann die Frau am Schalter zweimal mit einer Waffe bedroht und Geld gefordert. Zweimal passierte das genau am frühen Abend um 17.30 Uhr und beide Male sind die Täter – oder ist es am Ende einer? – mit einigen hundert Franken in unbekannter Richtung entwischt. Am Donnerstag, 14. Januar trug der Mann eine schwarze Hygienemaske und hatte den Kopf mit einer Wollmütze bedeckt. Auch trug er einen schwarzen Rucksack und soll schweizerdeutsch gesprochen haben.

Zum zweiten Überfall vom Freitag, 5. Februar schreibt die Kantonspolizei ebenfalls von einem maskierten, bewaffneten, schwarz gekleideten jungen Mann. Da fragt sich natürlich mancher Einheimische, ob nicht am Ende derselbe Täter bereits zweimal erfolgreich operiert hat. Weiter, ob der Mann da nicht etwas zu einfach zu seinen Noten gekommen war? Diesbezügliche Spekulationen oder Verdächtigungen wären sicher ein spannendes Thema für den Stammtisch in der Dorfbeiz. Nur wissen wir alle, dass diese lokalen Gesprächsrunden zurzeit und wohl noch länger Pause machen.

Die Polizei ist dran

Die Kantonspolizei lässt sich laut Mediensprecher Alexander Renner in diesem Fall allerdings nicht in die Karten schauen. Ermittlungstaktische Gründe hinderten ihn daran, über den laufenden Fall zu berichten. Immerhin könnten die Glattfelder versichert sein, dass «die Ermittlungen auf Hochtouren laufen», so Renner. Beruhigend wirkt vielleicht auch der Umstand, dass seither vor dem Postgebäude mindestens temporär eine Sicherheitskraft patrouilliert, die allerdings keine Auskunft darüber gibt, von wem sie aufgeboten ist. Laut Sicherheitsvorsteher Heini Maag hat die Gemeinde aber nichts mit dieser Bewachung zu tun.

Die Post wiederum kann ebenfalls etwas beruhigen und sagen, dass die Anzahl der Überfälle auf Postfilialen oder Filialen mit Partner in den letzten 15 Jahren grundsätzlich abgenommen hat. Ansonsten sei es aber nicht ihre Sache, Statistiken dazu zu veröffentlichen. In erster Linie aus Gründen der Sicherheit und des Schutzes gegenüber dem Personal. Erich Götschi von der Medienstelle räumt ein, dass in diesem Fall die Sachlage genau analysiert werde, aber allfällige Schlüsse natürlich nicht an die Öffentlichkeit gelangten. Dies auch, um so genannten Nachahmungstätern keine Plattform zu bieten. Nach einem Überfall wie jenen in Glattfelden, würden die Mitarbeiter von Spezialisten betreut und hätten zusätzlich auch die Möglichkeit, psychologische Hilfe zu beanspruchen. Jede Person reagiere eben wieder anders auf solche Ereignisse.

Poststelle andernorts sicherer?

In einem anderen Zusammenhang ist ja die Post, wie aus ihrer Mitteilung im letzten «Glattfelder» zu lesen war, gemeinsam mit der Glattfelder Gemeindebehörde am Überlegen, ob die Glattfelder Poststelle nicht zusammen mit einem Partner – etwa dem Coop-Laden im Dorf – geführt werden könnte. Interessant wäre, in diesem Zusammenhang zu wissen, ob ein solcher, in einem anderen Laden integrierter Service am Ende noch sicherer wäre als jener in einem abgetrennten Postbüro. Weil etwa im Glattfelder Coop fast den ganzen Tag mehrere Personen gleichzeitig im Laden stehen, dürfte es ein Täter da eventuell um einiges schwieriger haben, sein Ding durchzuzuziehen. Auch dieser Gedanke bleibt indessen Spekulation, weil diesbezügliche statistische Zahlen oder Entwicklungen, wie vorhin ausgeführt, von der Post aus guten Gründen diskret behandelt würden. Sowohl in der separaten Filiale wie in jener mit Partner seien auf jeden Fall ein Sicherheitspositiv und -einrichtungen vorhanden, die im Falle eines Überfalls greifen würden, so die Medienstelle der Post.

Zurück